Wunder des Lebens

Einundzwanzig Tage hatten die Eier im Brutkasten gewartet. Schon zwei, drei Tage vor den ersten sichtbaren Lebenszeichen waren leise Piepstöne zu hören gewesen, ein erstes Zeichen, dass es nun bald losging. Nachdem die ersten Sprünge in den Eierschalen erschienen, wurde die ganze Maschinerie ins Wohnzimmer geschoben, um die Ereignisse besser beobachten zu können.

Menschen und Hunde waren gleichermaßen fasziniert von den Vorgängen im Brutkasten, der kaum einen Moment aus den Augen gelassen wurde. Ein unglaubliches Stück Arbeit, das die kleinen Lebewesen da vollbringen müssen, bevor sie das Licht der Welt erblicken dürfen! Stundenlang hackten manche auf die Schale ein, bis sie sich endlich öffnete. Hier ein Schnabel, da eine Kralle oder ein kleiner Flügel blickten hervor – und dann waren sie plötzlich da und plumpsten eine Etage tiefer, wo sie erst einmal tief erschöpft liegen blieben. Nach kurzer Verschnaufpause ging es dann aber weiter, man ist ja schließlich Nestflüchter und muss so schnell wie möglich auf die Beine kommen. Zuerst noch schwankend, aber zusehends sicherer auf den erstaunlich großen Füßen wuselten schließlich 19 piepsende Flauschbällchen in dem warmen Kasten herum. Eine Nacht lang durften sie die Wärme der Kinderstube noch genießen – dann ging es hinaus in den Hühnerstall und zum Ernst des Lebens …

Für mich wieder mal ein unvergessliches Erlebnis.

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2 Gedanken zu “Wunder des Lebens

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